Manifest der B-Tec Studios

…oder Wege aus der Entwertung der Kunst

Mit 160m2 Tonstudio im Rücken, stellen wir uns die Frage, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll.

Die Nutzung, der Charakter eines Tonstudios, ist sicherlich nicht annähernd so grenzenlos wie die Musik an sich, dennoch in vielen Grundsätzen denselben Problemen ausgesetzt.

  • Wie schwer wird kommerzieller Erfolg gewichtet?
  • Welchen Einfluss darf ein Tonstudio/Musiklabel auf Artisten nehmen, wenn diese sich die Studiozeit nicht selbst finanzieren können?
  • Ist Kunst, die durch einen Manager, einer Firma/Label vorgegeben und definiert wird, noch Kunst? Oder bloß noch ein maßgeschneidertes Produkt, darauf ausgerichtet einer möglichst hohen Anzahl von Kunden zu gefallen?

Uns wurde ermöglicht, ohne jegliche Verpflichtungen zu lernen wie mit Studioequipment umzugehen ist, ohne das uns jemals eine Rechnung für das vermittelte Wissen gestellt wurde. Bei anbietender Gelegenheit dasselbe an Andere zurückzugeben, empfinden wir als selbstverständlich.

So entstand aus dieser Absicht auch die Idee, nebst unserer normalen Labeltätigkeit mit dem Aufbau eines musikalischen Fördervereins zu beginnen, der Musiker auf ihrem Weg unterstützen soll.

 

Der Förderverein

Unser Ziel ist der Aufbau eines Labels als Verein, angelehnt an den Strukturen eines kommerziellen Labels ohne kommerzielle Absichten. Was ein bisschen verzwickt klingt, ist im Grunde ganz simpel.

Die B-Tec Studios stellen die Infrastruktur bereit, sorgen für die Vertriebswege, begleiten Projekte und betreiben Networking, während die Musiker das tun, was sie am besten können: musizieren.

Das Projekt kann so erfolgreich wachsen, ohne Einschränkungen und Vorgaben durch festgesetzte Kriterien der Branche oder des Musikgenres.

Mit unseren Angeboten bieten wir Einblick ins professionelle Musikschaffen, die Möglichkeit der Verwirklichung eines Kleinprojekts oder eines ganzen Albums. Zudem unterstützen wir auch Projekte, die je nach Anforderungen auch mal gut ein Jahr an Zeit in Anspruch nehmen können.

 

Entwertung der Kunst und schwindende Notwendigkeit eines Tonstudios

Mit der Ära des Homerecordings hat auch der Wert des klassischen Tonstudios abgenommen. Warum Geld ausgeben wenn ich mein Album in meinem umfunktionierten Keller aufnehmen kann? Piano und Schlagzeug werden durch meine DAW punktgenau eingespielt, ohne je ein Mikrofon dafür anschließen zu müssen. Die Promo betreibe ich über meine Social Media Plattformen, die Songs lade ich dann auf iTunes hoch. Also Artist/Produzent/Manager und Label – alles in einer Person.

Was verlockend klingt, endet aber meist nach ein bis zwei Jahren Arbeit mit 300 Klicks bei YouTube und 30-40 Downloads auf iTunes. Mit ein bisschen Abstand betrachtet merkt man als Artist/Produzent dann auch warum, denn die wenigsten von uns sind so begabt wie beispielsweise Sophie Hunger, die mit ihrem Album „Sketches On The Sea“ in etwa diesen Weg ging und Erfolg hatte.

Steve Jobs stand nachmittags auch nicht im Applestore und verkaufte seine Produkte. Es gilt sich nun einmal zu professionalisieren, in welchen Bereichen auch immer. Doch sich in der heutigen Zeit als Tonstudio bloss darauf zu verlassen mit Aufnahmen und Produktionen seine Kunden bedienen zu können, ist wiederum etwas naiv.

Die meisten Musiker sind sich bewusst, dass nach der Veröffentlichung ihrer Werke weder Sony noch Universalmusic ihnen einen Plattenvertrag bieten werden. Somit gilt es als Tonstudio, begrenzt auch als Label, mit den nötigen Kontakten und dem Wissen über den Markt zu handeln und den Musiker beim Vertrieb, der Promo oder dem Booking zu beraten und/oder zu entlasten.

Ein Musiker sollte sich in erster Linie auf die Qualität seiner Musik konzentrieren können, denn dies ist die Grundlage eines jeden Artisten der seine Musik aus diesem Feld der Entwertung und der Durchschnittlichkeit führen will.

 

Welche Erwartungen, Angebote und Voraussetzungen erfüllt ein Förderverein?

Der Grundgedanke des Fördervereins war von Beginn weg ein kostenloses Startangebot anbieten zu können. Damit sollte Künstlern ein Einblick in professionelles Arbeiten ermöglicht werden. Doch zu unserer Ernüchterung mussten wir feststellen:

Was nichts kostet, besitzt auch keinen Wert.

So nutzten Artisten dieses Angebot um unvorbereitet und verspätet Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, welche im Endeffekt bestenfalls die Qualität eines mittelmässigen Homerecordings aufwiesen.

Die Einführung der ersten Angebotslinien, bei denen gewisse Eckwerte vordefiniert waren, brachten zu unserem Erstaunen seriöses und zielorientiertes Arbeiten mit sich. Dass gerade in dieser kreativen Branche Struktur und Richtlinien auf reges Interesse stossen, ist wohl die interessanteste wie auch für uns wichtigste Erkenntnis.

Durch den individuellen Stand der jeweiligen Artisten, ihrer Absichten und Möglichkeiten, erarbeiteten wir zur regulären Preisliste vier Angebote, welche die jeweiligen Bedürfnisse der Artisten mit unseren Möglichkeiten abdecken.

 

written by B-Tec Studios

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